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Die fünf teuersten Einspar-Ideen für die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen

| Redakteur: Ute Drescher

Manche Einsparidee verursacht am Ende nichts als wesentlich höhere Gesamtkosten. Hier die fünf teuersten und leider nicht seltenen Fehler bei der Wartung von Maschinen.

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Der klassische Serviceansatz: Regelmäßige Wartungsintervalle einhalten und wenn eine Komponente in der Zwischenzeit ausfällt, unter hohem Zeitdruck austauschen.
Der klassische Serviceansatz: Regelmäßige Wartungsintervalle einhalten und wenn eine Komponente in der Zwischenzeit ausfällt, unter hohem Zeitdruck austauschen.
(Bild: Bosch Rexroth AG)

Maschinenstillstand ist immer teuer, vor allem wenn dadurch eine ganze Produktionslinie zum Stillstand kommt. Bei Neumaschinen steht hier noch der Maschinenhersteller in der Haftung, danach liegt die Verantwortung allein bei der Instandhaltung des Betreibers. Instandhalter müssen aber ihre „unproduktiven“ Kosten ständig rechtfertigen und versuchen deshalb, sie zu senken. Doch manche kurzfristige Einsparidee verursacht am Ende nichts als wesentlich höhere Gesamtkosten. Hier die fünf teuersten und leider nicht seltenen Fehler bei der Wartung von Maschinen.

Auf Verschleiß warten

Das ist der klassische Serviceansatz, wie er seit Beginn der maschinellen Fertigung umgesetzt wurde: Regelmäßige Wartungsintervalle einhalten und wenn eine Komponente in der Zwischenzeit ausfällt, unter hohem Zeitdruck austauschen. Diese Strategie nahm Maschinenstillstandzeiten und Eilzuschläge in Kauf, weil es lange Zeit keine Alternative gab. Das gilt nicht mehr. Moderne Konzepte setzen Sensorik und Auswertungssoftware ein, um durch Veränderungen der Betriebszustände Verschleiß zu erkennen, bevor er zu einem Ausfall führt. Bahnt sich bei einer Komponente Verschleiß an, dann erhält die Instandhaltung eine entsprechende Warnung. Sie kann dann den Austausch für eine ohnehin produktionsfreie Zeit einplanen, die Ersatzteile ohne Eilzuschlag bestellen und in aller Ruhe austauschen.

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Für jede Technologie einen anderen Service Anbieter

Auf den ersten Blick ist das Sparpotenzial eindeutig: Für die Wartung der Steuerungstechnik hat Dienstleister A das beste Angebot, für die Hydraulik Dienstleister B und für mechanische Fragen bekommt C den Zuschlag. Kein Problem in Routinefällen – aber sobald es komplexer wird, steigt der Koordinationsaufwand enorm an. Ist es wirklich ein Problem der Hydraulik oder doch der Steuerung? Schnell wird der schwarze Peter hin- und hergeschoben und dann arbeiten verschiedene Dienstleister parallel an der Maschine und verursachen erhebliche Kosten. Hier hilft es, von Anfang an einen Dienstleister für die gesamte Antriebs- und Steuerungstechnik als Partner ins Boot zu holen. Denn dann muss dieser die Komplexität in den Griff bekommen.

Austauschen statt reparieren

Unter Zeitdruck sind die einfachen Lösungen oft die beliebtesten, aber selten die günstigsten. Komplexe Baugruppen wie Axialkolbenpumpen unterliegen einem natürlichen Verschleiß. Im Servicefall ist es am einfachsten, eine neue Pumpe zu bestellen und einzubauen. Mit ein wenig Vorbereitung können Instandhaltungsabteilungen diese Kosten erheblich senken. Hersteller wie Bosch Rexroth bieten mit Austauschprogrammen eine Alternative zum Kauf neuer Komponenten und Baugruppen. Der Austausch einer verschlissenen durch eine fachmännisch überholte Pumpe spart Kosten und gibt dennoch Sicherheit, weil der Hersteller dafür eine Neuteilgarantie gibt. Besonders sinnvoll für Unternehmen, die viele solcher Komponenten einsetzen: Mit dem Hersteller eine Vereinbarung treffen, bei der eine definierte Anzahl von überholten Baugruppen auf Lager liegt. Entnimmt die Instandhaltung eine Pumpe, wird der Bestand automatisch wieder aufgefüllt.

Modernisierungen hinauszögern

Never change a winning team - diesen Ansatz verfolgen manche Unternehmen auch bei den elektronischen Bauteilen ihrer eingesetzten Maschinen, wie Steuerungen und der entsprechenden Software. Wenn diese nach langer Laufzeit dann doch einmal ausfallen, kann es für einfachen Austausch zu spät sein, denn die Lebenszeit elektronischer Bauteile ist in der Regel kürzer als die von mechanischen Komponenten. Wer sich also darauf verlässt, bei Bedarf eine Originalsteuerung der 1990er oder Anfang der 2000er Jahre kaufen zu können, kann Pech haben. Seitdem haben die meisten Hersteller gleich mehrere Produktgenerationen entwickelt und die aktuellen Versionen sind mit denen von vor zehn, 15 oder 20 Jahren nicht kompatibel. Der Umstieg erfordert oft einen hohen Programmieraufwand und Veränderungen an der elektrischen und automationstechnischen Ausrüstung. Die Lösung: Elektronische Bauteile regelmäßig modernisieren. Das steigert die Produktivität der Maschinen und sichert ihre Servicefähigkeit: Eine moderne und leistungsfähige Steuerungsplatine zu ersetzen, dauert nur wenige Minuten, sie komplett neu zu programmieren kann Wochen in Anspruch nehmen.

Bei den Ersatzteilen sparen

Sie wecken den Sparfuchs in uns: Sonderangebote für Ersatzteile, die teilweise nur einen Bruchteil dessen kosten, was der Originalhersteller verlangt. Ein paar Klicks und schnell sind enorme Summen gespart – scheinbar. Denn diese Billigangebote sind oft „Fakes“. Sie ähneln nur äußerlich den Originalteilen, sind aber in Leistung und Lebensdauer oft deutlich unterlegen. Vermeintliche Einsparungen gehen schnell verloren, weil solche Bauteile viel schneller verschleißen und damit häufiger zu Maschinenstillstand führen. Die Verwendung von nachgebauten Ersatzteilen kann erhebliche Schäden und Produktionsausfall nach sich ziehen. Kurzfristig gespart – langfristig extrem hohe Folgekosten. (ud)

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