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Gezeitenkraftwerk

Ein Antriebsstrang für die weltstärkste Gezeitenturbine

| Redakteur: Katharina Juschkat

Derzeit baut Orbital Marine Power Limited die mit 2 MW leistungsstärkste Gezeitenturbine der Welt. Der komplette Antriebsstrang stammt von SKF.

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2 MW soll die leistungastärkste Gezeitenturbine produzieren – damit kann sie 1.700 Haushalte mit Ökostrom versorgen.
2 MW soll die leistungastärkste Gezeitenturbine produzieren – damit kann sie 1.700 Haushalte mit Ökostrom versorgen.
(Bild: Orbital / SKF)

Schwimmende Strömungsturbinen erzeugen Ökostrom unter vergleichsweise niedrigen Energiekosten. Das schottische Unternehmen Orbital Marine Power Limited kommerzialisiert diese Technik seit Jahren. Mit der O2 entwickelt das Unternehmen jetzt, nach eigenen Angaben, die mit 2 MW leistungsstärkste Gezeitenturbine der Welt. Sie soll 1.700 Haushalte mit Strom versorgen können und 2020 in Betrieb gehen.

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So funktioniert die Gezeitenturbine „O2“

Die O2 besteht aus einem 73 Meter langen Schwimmkörper, der auf beiden Seiten eine 1-MW-Turbine trägt. Die dort installierten Rotoren weisen einen Durchmesser von 20 Metern auf, sodass sich die Gesamtrotorfläche auf 600 Quadratmeter beläuft. Das wird die größte Rotorfläche, die bislang an einem einzelnen Schwimmkörper installiert wurde. Damit kann das Kraftwerk genügend elektrische Energie für mehr als 1.700 Haushalte aus Nordsee und Atlantik schöpfen.

Die Rotorblätter selbst lassen sich um 360° drehen. Das steigert den Wirkungsgrad des Kraftwerks – gleichgültig, in welche Richtung die Gezeiten gerade strömen. Durch diese flexiblen Rotorblätter erübrigt es sich auch, den gesamten Schwimmkörper nach den Gezeiten auszurichten. Außerdem ermöglicht es die Steuerung, in Zukunft sogar noch größere Rotorblätter zu verwenden.

Das Video zeigt die Funktion der Gezeitenturbine:

Antriebsstrang stammt von SKF

Seit 2011 arbeitet SKF mit Orbital zusammen. In den bislang realisierten Turbinen stecken beispielsweise Rotorwellenlagerungs- und Dichtungseinheiten, hochbelastbare Drehkranzlager oder automatische Schmiersysteme mit Zustandsüberwachung. Außerdem lieferte SKF verschiedene Gleitlager und Anlaufscheiben für die Aufrolleinheiten der variablen Verankerungsvorrichtung.

Zum jüngsten Projekt der schottischen Gezeitenenergie-Experten steuert SKF nicht einzelne Komponenten, sondern den kompletten Antriebsstrang bei. Thomas Fröst von SKF kommentierte dazu: „Als Partner von fortschrittlichen Technologie-Entwicklern verfügen wir mittlerweile über fast zehn Jahre Erfahrung im Bereich der Gezeitenenergie. Mit dem Schritt vom Teile- zum Komplettlieferanten eines voll integrierten Antriebsstrangs stärken wir unsere Position auf diesem Sektor und konzentrieren uns dabei auf die Unterstützung ausgewählter ,Cleantech‘-Unternehmen.“

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