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Vergleich mit anderen Netzen hilft bei der Schadenssuche
Will man die Netzqualität als mögliche Schadensursache beurteilen, ist der Vergleich mit anderen Netzen hilfreich. Oliver Kötting erhielt zusätzliche Messwerte, die als Referenz für Duisburg dienen sollten: „Wir erhielten für unsere Zwecke die Erlaubnis, in einem vergleichbaren 10 kV-Netz in Gelsenkirchen ebenfalls ein UMG 511 nebst Funkmodem zu installieren.“ Der Netzbetreiber in Gelsenkirchen kann drei Einspeisungen, d. h. drei 100 kV-Netzgruppen, für das Umspannwerk schalten. Eine dieser Netzgruppen versorgt größere Walzstraßen. Durch deren Reversierbetrieb und weitere extreme Betriebsvorgänge gilt dieses Netz als unruhig und oberschwingungsbehaftet. Es ist nicht üblich, dass der Netzbetreiber über Umschaltvorgänge informiert.
Dank der Langzeitmessung lassen sich solche Phänomene erfassen und bewerten. Air Liquide betreibt in Düsseldorf einen Server, auf dem die Messdaten gespeichert und standardisiert ausgewertet werden. Henning Müller beschreibt die Weiterverarbeitung: „Das UMG 511 selbst speichert alle für die EN 50160 maßgeblichen Mittelwerte normgerecht. Unsere Gridvis auf dem Server liest das Gerät stündlich aus. Aus den Daten generiert die Software wöchentlich Power-Quality-Reports und sendet diese automatisch an Herrn Kötting und den Janitza-Support. Bei Auffälligkeiten setzen wir uns mit Air Liquide in Verbindung, geben weiterführende Informationen sowie mögliche Deutungen. Bei Auffälligkeiten können wir auch per Teamviewer in der Datenbank nachforschen.“
Spannungsanalysatoren werden zum Standard
Bei neuen Anlagen sieht Kötting inzwischen standardmäßig Netzanalysatoren vor. Für Messungen direkt im Umspannwerk verhandelt er bereits mit den Energieversorgern, die für sein Vorhaben offen sind. Seine erste Bilanz fällt positiv aus: „Im September hat ein Gewitter eine Spannungseinsenkung verursacht. Sie war nicht übermäßig stark, hat aber trotzdem dazu geführt, dass der Sauerstoffverdichter ausgefallen ist. Das konnten wir über das Protokoll feststellen.“ Ohne die Dokumentation wäre die Ursachenanalyse schwierig und spekulativ gewesen.
* *Martin Witzsch, freier Journalist
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