Bleifrei heißt nicht schadstofffrei

Flexible Absaugsysteme entfernen potenziell schädlichen Lötrauch am Arbeitsplatz

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Der so vermehrt entstehende Lötrauch enthält neben Wasserdampf und Säuren teilweise auch Formaldehyd und Feinstaub. Dieser Feinstaub besteht aus lungengängigen Kleinstpartikeln, die neben Anteilen der Metalle vor allem die Flussmittel enthalten. Das sind in der Regel natürliche oder synthetische Harze, Säuren und halogenhaltige Aktivatoren wie Adipin- oder Bernsteinsäure. Inwieweit sich diese Belastungen langfristig gesundheitsschädigend auswirken, lässt sich wissenschaftlich bisher zwar nicht eindeutig belegen. Wer jedoch an seinem Arbeitsplatz viele Stunden täglich Lötrauch ausgesetzt ist, kennt Probleme wie Kopfschmerzen, brennende Augen oder Geschmacksirritationen meist aus eigener Erfahrung.

„Für Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern einen angenehmen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen und krankheitsbedingte Ausfälle vermeiden möchten, gibt es flexible technische Lösungen für das Lötrauch-Problem“, erläutert Thorsten Seifert. Lötrauch-Absaugungen mit mehrstufigen Filtersystemen in unterschiedlichen Filterklassen schaffen zuverlässig Abhilfe gegen schädliche Dämpfe und gefährlichen Feinstaub. „Der Einsatz von Lötrauch-Absaugungen ist in Deutschland zwar noch nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird jedoch von den Berufsgenossenschaften generell empfohlen“, sagt auch Holger Janssen von Distrelec, der seinen Kunden als Fachberater ebenfalls zur Lötrauchabsaugung rät. Die Skepsis, dass Absaugvorrichtungen den gewohnten Arbeitsablauf behindern würden, hält er dabei für unbegründet. „Wer einmal mit einem Absaugsystem gearbeitet hat, erkennt sehr schnell, dass die Lösung bei richtiger Anwendung nur Vorteile bietet.“

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Punktgenaue Absaugung direkt an der Lötspitze

Generell stehen zur Lötrauch-Absaugung zwei unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Systeme mit Punktabsaugung arbeiten mit Hochvakuum und nehmen den Lötrauch über ein Absaugrohr mit geringem Querschnitt direkt an der Quelle, der Lötspitze, auf. Bei den FE-Lötkolben des Löttechnikspezialisten Weller ist dieses Absaugrohr bereits im Kolben integriert – die Röhrchen lassen sich nämlich auch entfernen und über der Lötspitze positionieren. Konventionelle Lötkolben können problemlos mit dem System nachgerüstet werden. Die Absaugschläuche von bis zu 20 Lötkolben werden über ein bis zu 150 m langes Rohrsystem an eine Zentraleinheit vom Typ WFE20D angeschlossen, die von den Arbeitsplätzen entfernt aufgestellt werden kann. Die Geräuschbelastungen und Luftbewegungen sind bei dieser Lösung minimal.

Die bürstenlose EC Turbine der Zentraleinheit erzeugt einen maximalen Unterdruck von 12.000 Pa bei einem maximalen Durchfluss von 100 m3/h. Die Druckregelung ist einstellbar und das gesamte Gerät kann über einen an der integrierten RS 232-Schnittstelle angeschlossenen PC ferngesteuert werden. Der abgesaugte Lötrauch wird in einem dreistufigen Filtersystem gereinigt. Größere Partikel werden bereits in einem Vorfilter gebunden. Je nach Anwendung stehen dazu Filter der Klassen F5 (für Standardanwendungen) oder F7 (für Anwendungen mit höherem Flux-Gehalt oder Schadgasen mit hohem Feststoffanteil z.B. beim Löten mit Lackdrähten) zur Verfügung. Der darauf folgende Schwebstofffilter (HEPA – High Efficiency Particulate Air) der Klasse H12 oder H13 filtert 99,5 bzw. 99,95 aller Partikel im MPPS (Most Penetrated Particle Size) heraus. Ermittelte Partikelgröße im MPPS = 0,18 μm.

Den Abschluss bildet ein Breitbandgasfilter aus 50 Prozent Aktivkohle und 50 Prozent Puratex. Schädliche Gase mit einem hohen Molekulargewicht werden durch die Aktivkohle gereinigt. Die Absorption von Gasen mit niedrigem Molekulargewicht erfolgt durch das Puratex. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung ist Puratex in der Lage, eine große Zahl chemischer Schadstoffe durch molekulare Änderung in nicht schädliche Gase umzuwandeln. Die gereinigte saubere Luft wird dem Arbeitsplatz anschließend als Frischluft wieder zugeführt. Den Zustand der Filter überwacht das Gerät elektronisch und zeigt ihn über LEDs an. Die Lebensdauer der Filter hängt stark von der Art der Anwendung ab. Ist ein Austausch der Filter fällig, lässt sich dieser innerhalb weniger Minuten ohne technische Hilfsmittel durchführen.

Lokale Lösungen wie die Typen WFE oder WFE-P stehen bei einer maximalen Absaugschlauchlänge von 2,5 m direkt am Arbeitsplatz und bieten ein vergleichbares Leistungsspektrum bei einer Anschlussmöglichkeit für zwei Lötkolben. Beide Systeme lassen sich mit speziellen Lötkolbenablagen kombinieren, die per Lichtwellenleiter die Absaugaggregate abschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Auf diese Weise lässt sich die Lebensdauer der Filter verlängern.

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