Messgerät

Handheld-Oszilloskop für Labor und rauen Feldeinsatz

| Autor / Redakteur: Markus Herdin * / Sariana Kunze

Der R&S Scope Rider ist Messtechnik in Laborqualität. Das verspricht zumindest Rohde & Schwarz. Vereint sind fünf Messgeräte.
Der R&S Scope Rider ist Messtechnik in Laborqualität. Das verspricht zumindest Rohde & Schwarz. Vereint sind fünf Messgeräte. (Bild: Rohde & Schwarz)

Messtechnik in Laborqualität für den rauen Feldeinsatz: Das verspricht Rohde & Schwarz mit dem R&S Scope Rider. Es vereint fünf Messgeräte und ist mit Bandbreiten bis zu 500 MHz verfügbar.

Elektronische Systeme werden oft in rauen Umgebungen, wie im Industrie- und Produktionsumfeld, oder schlecht erreichbaren Orten, wie beispielsweise auf Schiffen, eingesetzt. Häufig funktionieren diese Systeme im Entwicklungslabor einwandfrei, zeigen aber in der eigentlichen Arbeitsumgebung unerwartete Störungen. Funktionsstörungen treten oft nur sporadisch auf, die Ursachen sind selten sofort ersichtlich.

Mögliche Fehlerquellen sind vielfältig und reichen von unzureichender elektrischer Netzqualität über Installationsfehler bis hin zu unerwarteten Einkopplungen elektromagnetischer Felder in empfindliche Steuerelektronik. Auch bei einem Feldeinsatz müssen Ursachen schnell gefunden werden, um die Ausfallzeiten gering zu halten. Helfen würde ein Laboroszilloskop.

Allerdings sind beispielsweise bei einem mobilen Einsatz im Automobilbau aufwendige Vorbereitungen notwendig, wie die Installation von Wechselrichtern, um die Stromversorgung der Oszilloskope herzustellen. Für diese Lücke bietet Rohde & Schwarz den R&S Scope Rider, mit dem Messungen in allen elektrischen Umgebungen bis zu der in IEC 61010-1 definierten Messkategorie CAT IV möglich sind. Zudem ist die Messlösung durch ein robustes IP51-Gehäuse ausreichend vor Staub oder Spritzwasser geschützt.

Sporadische Störungen aufspüren und analysieren

Ein ungünstiges Leiterplattendesign einer Steuerbaugruppe kann zu elektromagnetischen Einkopplungen führen, die Funktionsstörungen bis hin zum Totalausfall des Systems auslösen können. Besonders bei unklaren Fehlerbildern ist eine hohe Akquisitionsrate wichtig. Sie sorgt dafür, dass unerwartete und selten auftretende Signalfehler sichtbar werden, ohne dass explizit auf den Fehlerzustand getriggert werden muss.

Das ist oft gar nicht möglich, weil dazu Vorwissen über das Fehlersignal erforderlich wäre. Der R&S Scope Rider ermöglicht durch sein Dual-Core-on-a-Chip-System eine Akquisitionsrate von bis zu 50.000 Signalformen pro Sekunde und liegt damit in der Laborklasse der Oszilloskope – vergleichbare Handheld-Oszilloskope schaffen bis zu 100 Akquisitionen pro Sekunde und können sporadische Fehler nicht ohne explizite Triggerung anzeigen. Wurde das Fehlersignal einmal erfasst, hat der Anwender meistens ausreichend Information darüber und kann mit den weiteren Analysefunktionen des Oszilloskops dem Fehler auf den Grund gehen.

Hohe Akquisitionsrate erfasst einen Pulsfehler

Der dargestellte Anwendungsfall (Bild 1) zeigt einen unerwarteten Signalverlauf in einer Taktleitung, einen sogenannten RUNT-Puls: Seine Amplitude ist zu klein, um korrekt verarbeitet zu werden. Dieser Pulsfehler tritt regelmäßig, aber sehr selten auf. Er konnte nur aufgrund der hohen Akquisitionsrate erfasst werden. Mit einer typischen Bildwiederholrate von 25 Bildern pro Sekunde zeigt das Oszilloskop mit jedem Update des Bildschirms bis zu 2000 Signalformen und macht jede einzelne Abweichung vom gewollten Signalverlauf sichtbar.

Selbst ein einzelner fehlerhafter Signalverlauf wird deutlich sichtbar. Sind Signalfehler identifiziert, lassen sie sich mit speziellen Oszilloskop-Funktionen isolieren und weiter analysieren. Im Beispiel bietet der RUNT-Trigger die Möglichkeit, exakt auf den fehlerhaften Puls zu triggern und nur diese Signalsequenzen herauszufiltern. Mit der History-Funktion (Bild 2) lassen sich automatisch bis zu 5000 vergangene Akquisitionen zur späteren Analyse abzuspeichern. Jede Akquisition wird mit einem Zeitstempel versehen und kann später abgerufen werden.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44091732 / Mess- und Prüftechnik)