Standardisierte Kommunikation Immer mehr CANopen-Profile auch für neue Branchen in der Entwicklung

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Hauptaktivität der Hersteller- und Nutzerorganisation CAN in Automation (CiA) ist die Entwicklung und Pflege von CANopen-Profilen. Aktuell sind beispielsweise mehrere Profile für energieeffiziente Geräte in der Entwicklung. Zudem sind die CiA-Mitglieder auch bei der regenerativen Energieerzeugung aktiv.

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CAN wird nicht nur in der Automobiltechnik verwendet; weitere Einsatzgebiete sind industrielle Steuerungstechnik, medizinische Geräte, Laborautomation, Aufzugssteuerungen sowie alle anderen Anwendungen, in denen mehr als zwei Mikrocontroller miteinander Daten austauschen müssen
CAN wird nicht nur in der Automobiltechnik verwendet; weitere Einsatzgebiete sind industrielle Steuerungstechnik, medizinische Geräte, Laborautomation, Aufzugssteuerungen sowie alle anderen Anwendungen, in denen mehr als zwei Mikrocontroller miteinander Daten austauschen müssen
( Archiv: Vogel Business Media )

Ziel von CAN in Automation war seit ihrer Gründung vor 18 Jahren, den aus dem Automobilbereich entwickelten CAN-Controller auch für die Fertigungsautomatisierung nutzbar zu machen. Als Netzwerk wählte man CANopen, ein auf CAN basierendes höheres Protokoll. Inzwischen kommt CANopen — das standardisierte Kommunikationssystem für dezentrale und verteilte Embedded-Steuerungen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz, etwa in medizinischen Geräten, in Baumaschinen, in der Schiffsautomatisierung, der Verkehrstechnik oder der Gebäudeautomatisierung.

Der eingetragene Verein informiert kostenlos Ingenieure, die an CAN interessiert sind. Dazu wird eine sehr umfangreiche Web-Seite betrieben, schriftliches Informationsmaterial herausgegeben, und in ausgewählten Ländern werden einführende CAN-Schulungen durchgeführt. Die angegliederte CiA GmbH veranstaltet u.a. Konferenzen und Seminare, testet CANopen-Geräte auf Konformität und verkauft den selbstentwickelten CANopen-Safety-Chip. Dieser CSC soll auch kleinen Firmen ermöglichen, in die Sicherheitstechnik einzusteigen. Die Hauptaktivität ist jedoch die Entwicklung und Pflege von CANopen-Profilen. Diese beschreiben die besonderen Fähigkeiten bzw. Parameter einer Klasse von Geräten.

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„Bei CANopen erwartete ich weitere Profile für alte und neue Branchen. Als uns die CANopen-Spezifikation im November 1994 übergeben wurde, waren das 60 DIN-A4-Seiten; heute sind es rund 10.000“, berichtet Holger Zeltwanger, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von CAN in Automation und Geschäftsführer der CiA GmbH. Und dabei ist noch lange kein Ende in Sicht. Im Fokus stehen dabei derzeit zum Beispiel mobile Service-Roboter, Batterie-betriebene Leichtfahrzeuge, urbane öffentliche Verkehrssysteme sowie regenerative Energieerzeugung und Energieeffizienz.

CANopen-Geräteprofil für Energieeffizienz und erneuerbare Energien

„Energieeffizienz ist zwar in aller Munde - trotzdem ist Abschalten immer noch die beste Alternative, weniger Energie zu verbrauchen. Deshalb arbeiten die CiA-Mitglieder an einem entsprechenden CANopen-Geräteprofil, mit dem es möglich ist, das gesamte Netzwerk oder nur einzelne Geräte oder Gerätegruppen abzuschalten“, erklärt Holger Zeltwanger.

Erste Vorschläge kamen bereits aus dem CiA-Arbeitskreis für Aufzugssteuerungen. Denn der europäische Gesetzgeber hat eine Energieverbrauchs-Klassifizierung für Aufzüge initiiert, die denen von Haushaltsgeräten ähnlich ist. In der nächsten Version des CANopen-Lift-Profils (CiA 417) werden bereits entsprechende Abschalt-Funktionen zur Verfügung stehen. Dann kann die Steuerung zu gewissen Zeiten (zum Beispiel in der Nacht), das Licht in der Kabine abschalten oder nur in Stoßzeiten den Fahrkorb mit erhöhter Beschleunigung fahren.

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