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Astrobotic Mond-Roboter mit VR-Brille vom Sofa steuern

| Redakteur: Sariana Kunze

Der Traum vieler Erdenbürger wird wahr: den Mond erkunden ohne die beschwerliche Reise ins All antreten zu müssen. Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift soll dies bereits ab 2016 möglich machen. Forscher der Carnegie Mellon University haben einen Roboter namens "Andy" entwickelt, der sich durch einfache Kopfbewegungen steuern lässt – zum Beispiel von der Couch aus. Die VR-Brille fungiert hierbei als "Augen und Ohren" des Weltraumgefährts und schickt die Ton- und Videosignale zurück auf die Erde.

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Roboter "Andy" soll schon 2016 auf dem Mond mit VR-Brille gesteuert werden.
Roboter "Andy" soll schon 2016 auf dem Mond mit VR-Brille gesteuert werden.
(astrobotic.com)

"Unsere Vision ist ganz einfach: Es soll jeder auf der Erde die Chance haben, den Mond live durch die Augen eines Roboters zu erleben", zitiert BBC News den verantwortlichen Projektleiter an der Carnegie Mellon University, Daniel Shafrir. "Es geht also nicht nur darum, dass wir zum Mond fliegen. Wir wollen den Mond auf die Erde bringen", stellt der Forscher klar. Längerfristig sei es durchaus vorstellbar, dass in einigen Jahren hunderte solcher Roboter auf dem Mond unterwegs sein werden. "Mit einer Oculus-Brille in jedem Klassenzimmer könnten die Kinder dann erleben, was bis zum heutigen Tage nur insgesamt zwölf Menschen erleben durften", meint Shafrir.

Eins werden mit dem Roboter

Für die Entwicklung des neuartigen Mond-Roboters hat sich das Forscherteam der Carnegie Mellon University mit dem Wetraumtechnik-Hersteller Astrobotic Technology zusammengetan. Gemeinsam wurde dann nach Wegen gesucht, um die Steuerung von Andy so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Dabei stießen die Wissenschaftler recht schnell auf die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, die in ihrer Entwickler-Version bereits seit Anfang 2013 zur Verfügung steht.

Mithilfe der VR-Technologie werden die Bewegungen des Kopfs des Users genau registriert und mit der Kamera des Robotergefährts abgeglichen. Sobald der Nutzer seine Blickrichtung ändert, ändert sich auch die Ausrichtung des Kameraauges. "Stellen Sie sich das Gefühl vor, Felsen und Krater betrachten zu können, die Milliarden Jahre alt sind. Wenn Sie den Kopf nach rechts drehen, schauen Sie in die dunklen Weiten des Weltalls. Sehen Sie nach links, blicken Sie auf Ihre Heimat, die Erde", beschreibt Shafrir.

2016 geht es auf den Mond

Die Roboterentwicklung der Carnegie-Forscher ist Teil des 2007 von Google initiierten Wettbewerbs "Lunar Xprize", mit dem der Suchmaschinenanbieter private Raumflugaktivitäten fördern will. Ein Preisgeld von insgesamt 30 Mio. Dollar (rund 24 Mio. Euro) winkt dabei denjenigen, die es schaffen, einen Roboter sicher auf dem Mond landen und ihn dort 500 Meter zurücklegen zu lassen. Als Beweis müssen zudem hochauflösende Live-Bilder von der spannenden Mission zur Erde geschickt werden.

Bis Andy tatsächlich seine Erkundungsreise zum Mond antreten kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Projektleiter Shafrir zufolge wurde aber bereits eine vertragliche Vereinbarung mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Gurus Elon Musk unterschrieben, die einen Start mit einer Falcon-9-Rakete im Jahr 2016 vorsieht.

(pressetext)

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