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Federdruckbremsen Wo der optimale Lebenszyklus abhängt vom Drehmoment

| Autor / Redakteur: Neil Richmond, Ellen-Christine Reiff / Karin Pfeiffer

In Europa hatten sich bislang vor allem Permanentmagnet-Bremsen durchgesetzt. Inzwischen hat sich eine interessante Alternative entwickelt: Moderne Federdruckbremsen eignen sich für nahezu alle Bereiche, in denen Servoantriebe arbeiten. Kendrion stellt nun eine neue Servo-Line-Baureihe vor.

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Die neuen Einscheiben-Federdruckbremsen eignen sich für nahezu alle Bereiche, in denen Servoantriebe arbeiten: von Automation und Robotik über Verpackungs- und Fördertechnik bis hin zu Windkraftanlagen, Lagersystemen und Produktionsstraßen.
Die neuen Einscheiben-Federdruckbremsen eignen sich für nahezu alle Bereiche, in denen Servoantriebe arbeiten: von Automation und Robotik über Verpackungs- und Fördertechnik bis hin zu Windkraftanlagen, Lagersystemen und Produktionsstraßen.
(Bild: Kendrion/Theo Berends Fotografie)

Die Anforderungen, die Motorenhersteller an Halte- beziehungsweise Sicherheitsbremsen stellen, sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es gilt, immer detailliertere Kundenanforderungen mit leistungsfähigen Lösungen zu erfüllen – bei einem möglichst günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis, um sich langfristig eine gute Marktposition zu sichern. Das könnte jetzt einfacher werden: Bei Servoantrieben fiel – zumindest auf dem europäischen Markt – die Wahl bisher meist auf Permanentmagnet-Bremsen, weil sie sich für sehr viele Anwendungen eignen. Mittlerweile haben sich jedoch moderne Federdruckbremsen zu einer vielversprechenden Alternative entwickelt.

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Kendrion bietet Federdruck- ebenso wie Permanentmagnet-Bremsen. Auf der diesjährigen SPS IPC Drives will der Spezialist für elektromagnetische Bremsen die Messebesucher nun von den Vorteilen der neuen Servo-Line-Baureihe überzeugen. Die Federdruck-Einscheibenbremsen, die das breite Produktportfolio jetzt noch einmal erweitern, gibt es in elf verschiedenen Baugrößen mit Haltemomenten von 0,3 bis 130 Nm. Damit eignen sie sich für nahezu alle Bereiche, in denen Servoantriebe arbeiten, angefangen von Automation und Robotik über Verpackungs- und Fördertechnik bis hin zu Produktionsstraßen, Lagersystemen oder Windkraftanlagen. In der Standardausführung lassen sich die Bremsen sowohl flansch- als auch stirnseitig montieren. Auch die im Motorgehäuse integrierte Montage oder außen am Lagerschild ist möglich. Verzahnte Mitnehmer-Reibscheiben-Verbindungen minimieren das Verdrehspiel.

Lasten sicher im Stillstand halten

Federdruckbremsen gelten als ideale Sicherheitsbremsen wenn es darum geht, bewegte Massen oder Lasten im Stillstand sicher zu halten. Wird die Spule der Bremse bestromt, baut sich ein Magnetfeld auf, das die Ankerscheibe anzieht und so den Rotor mit den Reibbelägen freigibt. Im energielosen Zustand ist die Bremse geschlossen. Durch dieses Prinzip sind Federdruckbremsen ausfallsicher (fail-safe) unter allen Betriebsbedingungen. Dies gilt einschließlich bei Not-Stopp und Stromausfall oder einer Beschädigung der Bremse, wie beispielsweise durch Bruch der Energiezuleitung oder Ausfall der Magnetspule. Auch dann bleibt die Brems- und Haltefunktion erhalten.

Bei konventionellen Federdruckbremsen gilt es beim Luftspalt, also beim Abstand zwischen Reibscheibe und Ankerplatte, immer die fertigungsbedingten Toleranzen zu berücksichtigen. Daraus ergeben sich für marktübliche Bremsen zum Beispiel maximale Neuluftspalte, die etwa doppelt so groß sind wie die Toleranzen und meist im Bereich einiger Zehntel Millimeter liegen. Das hat in der Bremsenauslegung reduzierte Federkräfte zur Folge, woraus ein geringerer Bremsmoment resultiert. Hier schlummerte Optimierungspotenzial, das Kendrion jetzt erschlossen hat.

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