Vernetzung

Innovatives Kommunikationssystem für Schaltgeräte ersetzt aufwändige Verdrahtung

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Stecken statt schrauben

Bei SmartWire-Darwin stecken Anwender an der von ihnen vorgesehenen und gewünschten Anschlussposition lediglich einen Gerätestecker auf die entsprechende Leitung und verpressen diese mit einer Quetschzange. Die derart auf der grünen Leitung aufgebrachten Geräteanschlussstecker werden dann einfach aufgeclipst – das gilt sowohl für die RMQ-Befehls- und Meldegeräte als auch für Motorstarter oder Schütze. Standard-Schaltgeräte ergänzen Anwender einfach um ein kommunikationsfähiges Funktionsmodul, das beispielsweise bei einem Schütz direkt aufmontiert wird. Neben der Verwendung von Schaltgeräten können auch Befehls- und Meldegeräte mit M22-Funktionselementen zu Kommunikationspartnern am SmartWire-Darwin ertüchtigt werden. Funktionselemente gibt es für eine Befehlsfunktion (Taster, Schalter, Mehrstellungsanzeige), eine Anzeigefunktion oder eine kombinierte Bedien- und Anzeigefunktion. Die Verarbeitung weiterer Ein-/Ausgangssignale von Schaltgeräten, die noch nicht über die integrierte SmartWire-Darwin-Technologie verfügen, erfolgt durch E/A-Module, die direkt neben der Sensorik/Aktorik montierbar sind. Die Anwendung ist dabei nicht auf den Schaltschrank begrenzt. Mit einer maximalen Ausdehnung von 100 Meter lassen sich Befehls- und Meldegeräte, die in Aufbaugehäusen oder externen Bedienpulten vorhanden sind, ebenfalls problemlos in das System integrieren.

Schließlich werden alle Befehls- und Melde- und Schaltgeräte im Schaltschrank über die grüne Flachbandleitung — beziehungsweise außerhalb des Schaltschranks über eine Rundleitung — miteinander verbunden. Verbinden können Anwender bis zu 99 Teilnehmer miteinander. Die nun noch verbleibende Verdrahtung wird folglich stark minimiert. Und weil alle Anbindungen an das Kommunikationssystem steckbar ausgelegt sind, vermeidet der Anwender mit dieser Technik Verdrahtungsfehler praktisch gänzlich und reduziert obendrein Inbetriebnahmezeiten in beträchtlichem Maße.

Kein Eingriff in das Anwenderprogramm

SmartWire-Darwin in der easySoft-CoDeSys Steuerungskonfiguration (Archiv: Vogel Business Media)

Damit jeder Anwender ohne spezielle Kenntnisse diese Technik nutzen kann, achteten die Entwickler darauf, dass Eingriffe in die Programmierung der Steuerung nicht notwendig sind. So erfolgt die Konfiguration des Netzwerks beispielsweise in easySoft-CoDeSys oder Step 7 ähnlich dem von konventionellen I/O-Systemen, wobei ein SmartWire-Darwin-Netzwerk jenem eines modularen DP-Slaves vergleichbar ist. Das stellt sicher, dass ein OEM, der etwa eine Siemens-Steuerung mit Profibus-Schnittstelle in seinem Schaltschrank einsetzt, auch künftig den gleichen Profibus-Konfigurator verwenden kann und seine Software nicht umstellen muss. Die Datenübermittlung aus dem Netzwerk erfolgt dementsprechend über Gateways, welche die Daten über Standard-Feldbussysteme wie Profibus-DP oder CANopen zur übergeordneten SPS übertragen. Am Gateway wird das Netzwerk gestartet, wobei alle angeschlossenen Teilnehmer automatisch durchgezählt und adressiert werden.

Willkommender Assistent

Einfache Planung mit SWD-Assist Die Oberfläche der Planungshilfe SWD-Assist unterteilt sich in drei Fenster: 1. Gerätekatalog mit allen SWD-Elementen, 2. Werkbank mit SWD-Netzwerk, 3. Eigenschaftsfeld mit selektierten Parameterangaben (Archiv: Vogel Business Media)

Der „SmartWire-Darwin-Assistent“ unterstützt den Anwender bei der schnellen und zuverlässigen Planung eines Netzwerks. Der SWD-Assist ist als grafisches Softwarewerkzeug ausgelegt, das die Planung der Topologien vereinfacht und Informationen über alle verfügbaren SmartWire-Darwin-Komponenten beinhaltet. Mit ihm erstellt jeder Anwender gleichsam spielerisch sein spezifisches SWD-Netzwerk. Die Software hilft bei der Auswahl der richtigen Funktionselemente, schlägt korrekte Zubehörteile vor und führt Plausibilitätskontrollen durch. Ein Ausdruck listet alle verwendeten Komponenten mit ihren Bestellbezeichnungen auf. Für feste Netzwerkkonfigurationen lässt sich auch eine spezifische Gerätebeschreibungsdatei (GSD-Datei) erstellen, die einfach ins Programmiersystem zu importieren ist.

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