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Leiteranschlussklemmen Leitungen an einer Sammelschiene anschließen – auf die schnellere Art

| Autor / Redakteur: Michael Schell* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Häufig müssen einzelne Drähte oder Leitungen an einer Sammelschiene aus Kupfer angeschlossen werden – ob für Schutzleiter, Neutralleiter oder für Spannungsabgriffe an den Hauptsammelschienen eines Elektroverteilers oder einer Steuerungsanlage. Eine neue Generation Leiteranschlussklemmen soll ein schnelleres Arbeiten ermöglichen und langfristig wartungsfrei sein.

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Rittal hat eine neue Generation an Leiteranschlussklemmen mit Push-in-Technik entwickelt, die ein schnelleres Arbeiten ermöglicht und langfristig wartungsfrei ist.
Rittal hat eine neue Generation an Leiteranschlussklemmen mit Push-in-Technik entwickelt, die ein schnelleres Arbeiten ermöglicht und langfristig wartungsfrei ist.
(Bild: Rittal)

In den vergangenen Jahren hat sich die Zugfeder-Klemmentechnik in verschiedenen Bereichen etabliert. Beginnend bei der Verwendung in den Abzweigdosen der Installationstechnik, hat die Zugfederklemme bis in die Betriebsmittel von Schaltanlagen Einzug gehalten. In vielen Geräten ist mittlerweile als Alternative zur geschraubten Klemme eine Klemme mit einer Zugfeder oder der weiter entwickelten Push-in-Klemme mit Zugfedertechnik verfügbar.

Die wesentlichen Vorteile einer Push-in-Klemme sind schnell erklärt. Die Leiter lassen sich sehr einfach und schnell anschließen, die Klemme ist wartungsfrei und für eine Vielzahl von Leitertypen einsetzbar. Damit diese Vorteile nun auch in einem weiteren Bereich verwendet werden können, hat Rittal eine neue Generation Leiteranschlussklemmen entwickelt, welche diese Vorteile auch für den direkten Anschluss von Kabeln und Leitungen an einer Sammelschiene nutzbar macht. Die Push-in-Leiteranschlussklemmen sind in zwei Klemmbereichen mit 0,5 – 4 mm² und 1,5 – 16mm² und je Klemmbereich für 5 und 10 mm dicken Kupfer-Sammelschienen erhältlich.

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Optimierter Kontaktübergang

Einfach und schnell anschließbar bedeutet für die neue Klemme, dass diese auf die Sammelschiene aufgesteckt wird und das abisolierte Leiterende durch einfaches Einschieben in den Klemmraum mit der Sammelschiene verbunden wird. Schon beim Aufstecken sind die ersten Vorteile wirksam. Zum einen wird die Klemme durch einen separaten Federmechanismus auf der Sammelschiene an ihrer Position gehalten, zum anderen beseitigt diese Feder beim Aufsetzen Oxidschichten, die sich auf der Sammelschiene gebildet haben und optimiert somit die Leitfähigkeit der Verbindungsstelle zur Sammelschiene.

Verbessert wird dieser Kontaktübergang auch durch ein weiteres Merkmal der Klemme. Der integrierte Kontaktbalken, mit seinen definierten und hervorgehobenen Kontaktstellen, bewirkt einen optimalen Kontaktdruck an der Kontaktstelle. Gerade für eine stromführende Verbindung ist das Verhältnis von Kontaktkraft und Kontaktfläche sehr wichtig. Nicht immer bedeutet eine große Kontaktfläche auch den besseren Stromübergang für eine Verbindung. Wenn die Fläche zwar groß, aber die Kraft nicht ausreichend ist, können mikroskopisch kleine Verschmutzungen und Oxidschichten auf einer Sammelschiene nicht durchdrungen werden. Die Folge ist eine schlechte Verbindungsstelle. Dies kann die Push-in-Klemme nun verhindern, was zu einer verlustleistungsarmen Kontaktstelle führt.

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Für den Elektroinstallateur
Für den Elektroinstallateur: Revolution im Zählerschrank?

Auch im Zählerschrank eines Wohnhauses findet die Klemme ihren Einsatz. Durch die Verwendbarkeit auf Sammelschienen mit den Abmessungen 12 x 5 mm oder größer, ist die Klemme auch hier einsetzbar, um ankommende und abgehende Leitungen einfach und sicher anzuschließen.

Durch die Möglichkeit der einzelnen Anordnung kann sie an jeder Stelle des Einspeise-Sammelschienensystems im Zählerschrank montiert werden. Dadurch lassen sie sich versetzt montieren, so dass der Zugang zu jeder Klemme auch bei angeschlossener Leitung möglich ist. Auch für zusätzliche Neutral- oder Schutzleiter, die zur Verbindung mit den PE- und N-Schienen im Abgangsbereich benötigt werden, ist die Klemme ohne weiteres Zubehör verwendbar. Damit kann nun jeder Elektroinstallateur noch schneller und komfortabler den Anschluss des Zählerschrankes herstellen. Und dabei ist die Klemmstelle noch wartungsfrei, was für den langen Zeitraum, in dem ein Zählerschrank genutzt wird, ein entscheidender Vorteil ist.

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Beschriftung
Beschriftung: eindeutige Identifizierung der Klemmstelle

Bei den Steuerungen für Maschinen gibt es in der dafür geltenden Norm (IEC 60204) die Vorgabe (Abschn. 13.1.1/13.2.1), dass Klemmen, auch für den Schutzleiter, eindeutig gekennzeichnet und mit der Angabe im Verdrahtungsplan übereinstimmen müssen. Dies ist nun mit den beiden Beschriftungsfeldern auf der Push-in-Leiteranschlussklemme ganz einfach möglich. Es lassen sich handelsübliche Beschriftungsschilder nutzen, wie sie auch bei Reihenklemmen verwendet werden. Auch für andere Zwecke ist die eindeutige Kennzeichnung einer Klemmstelle von Vorteil, weil immer ein Bezug zum angeschlossenen Leiter im Stromlaufplan dokumentiert werden kann.

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Push-in-Leiteranschlussklemme
Push-in-Leiteranschlussklemme: geeignet für den weltweiten Einsatz

Den weltweiten Markt für die Anwendung der Push-in-Leiteranschlussklemme kann man in die beiden großen Segmente UL und IEC einteilen. Beide Bereiche kennen unterschiedliche Normen, welche auf die neue Klemme zutreffen. Für die IEC fällt das Produkt unter die Normen IEC 60999-1 für schraubenlose Klemmen, IEC 60947-7-1 für Reihenklemmen und IEC 60947-7-2 für PE-Klemmen. Nach UL sind die Normen UL 1059 für terminal blocks und UL 486 für wiring terminals relevant. Der verwendete Kunststoff muss die UL94-V0 erfüllen. Basierend auf diesen Zulassungen können große Bereiche der möglichen Anwendungen und Regionen erreicht werden.

Darüber hinaus verfügt die Klemme über weitere Zulassungen für die Nutzung im maritimen Umfeld und bei Offshore-Anwendungen. Mit der Zulassungen durch die Schiffsklassen des American Bureau of Shipping (ABS), Det Norske Veritas-German Lloyd (DNV-GL) und Lloyds Register (LR) können große Segmente in diesen Branchen erreicht werden. Der Vorteil der Zulassung durch die Schiffsklassen besteht in der einfachere Nutzung der Produkte in Schaltanlagen für dieses Segment, da die Schiffsklassen durch den Zulassungsprozess bereits über alle erforderlichen Dokumentationen verfügen. Der Abnahmeprozess wird deutlich beschleunigt, zusätzliche Verifikationen sind nicht notwendig.

Direktanschluss nahezu aller Kupfer-Leitertypen

Mit der zweiten Feder im Inneren der Klemme wird die Leiterklemmung realisiert. Dabei können massive und mehrdrähtige, ultraschall-verschweißte und feindrähtige Leiter mit Aderendhülsen einfach und schnell in den Klemmraum gegen den Federdruck eingesteckt werden. Auch Leitungen mit Twin-Aderendhülsen lassen sich in der Push-in Leiteranschlussklemme anschließen. Lediglich für feinstdrähtige Leiter oder Leiter ohne Aderendhülsen muss die Klemme mit einem Schraubendreher geöffnet werden, um den Leiter zu klemmen. Hierzu und auch zum Abklemmen eines Leiters, wird mit dem Schraubendreher der Pusher an der Klemme betätigt und der Klemmraum ist geöffnet. Aber auch das ist gegenüber einer Klemme mit Schraube immer noch deutlich schneller. Wer es einmal selbst gemacht hat, erkennt die Vorzüge im Handumdrehen.

Sehr häufig müssen einzelne Drähte oder Leitungen an einer Sammelschiene aus Kupfer angeschlossen werden. Bisher werden diese Anschlüsse häufig mit Schraubklemmen oder fest verschraubt realisiert. Eine neue Generation Leiteranschlussklemmen soll ein schnelleres Arbeiten ermöglichen und langfristig wartungsfrei sein.

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